Wanderzirkus ORO

Doch nun sind wir endlich wieder seßhaft geworden, auf St.Pauli, nur wenige Schritte von jenem Haus entfernt, wo alles begann!
Der Kreis hat sich geschlossen!
In dieser Galerie möchten wir Ihnen die Stationen unserer nicht immer ganz freiwilligen Odyssé nun einmal bildhaft vorstellen.
Clemens-Schultz-Straße 45, Hamburg St.Pauli
Hier eröffnete ich im April 1993 meine Goldschmiede ORO. Den eigentlich völlig heruntergekommenen Laden habe ich zuvor mit tatkräftiger Unterstützung vieler Freunde in Eigenleistung mit viel Liebe aber auch viel Schweiß umfangreich renoviert und ausgebaut. In den so entstandenen Königsblauen Kellergewölben unter der Goldschmiede präsentierte ich nun auch im Rahmen vieler Veranstaltungen und Vernissages meine sicher außergewöhnliche Kollektion von Intim- und Körperschmuck. Leider haben wir von diesem doch sehr schönen Laden, an welchen sicher nicht nur wir oft mit Wehmut zurückdenken, nur einige wenige und überdiese sehr kleine Bilder zur Verfügung. Wir wollen Ihnen diese aber trotz der schlechten Qualität nicht vorenthalten:
Zum Millenium mussten wir leider einer Sanierung weichen und haben dann in der Nähe des Großneumarktes unser neues Domizil eröffnet:
Alter Steinweg 11, Hamburg Neustadt
Auch hier haben wir wieder kräftig renoviert und ausgebaut! Leider verfügte dieser Laden über keinen Keller, aber ein Königsblaues Sparreé für unseren Intim- und Körperschmuck fand auch hier seinen Platz. Unsere Puppen wurden hier übrigens eingekleidet von Fräulein Erhard (siehe Links).
Am 13. August 2001 wurde unsere Tochter Leona Leela Feline geboren.
Ein wunderbare und einschneidende Veränderung in unserem Leben!
Christiane pendelte nun hin und her und überließ den Laden recht häufig ihrer wirklich engagierten Mitarbeiterin.
Auf die Dauer konnten wir so aber dieses Ladengeschäft in Hamburg nicht mehr aufrecht erhalten und haben uns daher bei uns zu Hause in Großhansdorf im Souterrain eine kleine Werkstatt eingerichtet:
Jäckbornsweg 20, Großhansdorf
Selbst in der von uns in dieser "Einraumwohnung" eingerichteten Werkstatt fand sich Platz für zwei kleine Königsblaue Separreés: Einmal in der ca. 2m² großen Zelle, welche vom Vermieter als Schlafraum gedacht war, sowie im etwa 1,8m² großen Duschbad, welches wir auch entsprechend umdekorierten. In der Duschwanne haben wir einen kleinen Teich mit Wasserspiel eingerichtet.
Aber auch im Garten haben wir uns zur Entspannung einen etwas größeren Teich angelegt.
Wir selbst bewohnten in dieser Jugendstil-Villa eine wunderschöne Wohnung mit Terrasse im Obergeschoß. Doch so schön es hier auch war, die selbst grundrenovierte und ausgebaute Wohnung war leider so garnicht kindgerecht. Schlafzimmer und Bad lagen im nachträglich ausgebauten Dachgeschoß und waren nur über eine halsbrecherisch steile und schmale Treppe im Wohnzimmer erreichbar. Ein von uns angestrebter Wohnungstausch im Haus fand leider keine Gegenliebe, so dass wir uns schweren Herzens völlig neu orientieren mussten.
Gut Pronstorf, Lindenstraße 3
Durch ein Zeitungsinserat ließen wir uns locken: Ländliche Idylle auf gräflichem Gut am Wardersee. Was uns Graf und Gräfin Rantzau beim sonntäglichen Besichtigungstermin hier zeigten, begeisterte uns dermaßen, dass wir jegliche Bedenken und Vorbehalte vergaßen und uns entschlossen, in dieser tatsächlich einzigartigen ländlichen Idylle an einem obendrein geschichtsträchtigen und wirklich magischen Ort unser Glück zu versuchen.
Mit den folgenden Bildern möchten wir versuchen Ihnen einen Eindruck dessen zu vermitteln, was uns hierher zog. Beginnen wir mit dem von uns angemieteten Häuschen, der alten Amtsdienerwohnug aus dem 17.Jahrhundert. Hintenan mit riesigem Garten!
In der unteren Etage fanden die Werkstatt, die Büroecke und diverse Ausstellungsflächen ihren Platz. Wohnen und Arbeiten ließen sich hier wunderbar unter einem Dach vereinen.
Die Übergänge zwischen diesen beiden Lebensbereichen waren hier eher fließend.
Die obere Etage unterm Dach aber blieb unser ausschließlich privater Bereich mit Wohndiele, Badezimmer, Kinderzimmer und Schlafzimmer.
Streifen wir zum Abschluß noch ein wenig durch Pronstorf. Auf dem linken Bild sehen Sie unseren Stand auf dem alljährlichen Pronstorfer Weihnachtsmarkt, daneben die 800 Jahre alte Wehrkirche, welche seinerzeit auf einer alten Kultstätte im Zentrum eines das Dorf umgebenden Ringes aus Hügelgräbern errichtet wurde (der Opferstein liegt noch davor!) und schließlich spazieren wir nochmal zum Wardersee.
Wenn auch treue Kunden selbst den weitesten Anfahrtweg nicht scheuten, so zog es uns doch wieder zurück in die schönste Stadt der Welt. Wir suchten lange, bis wir dann endlich dieses vermeintliche Traumobjekt fanden:
Hamburg Eppendorf, Geschwister-Scholl-Straße 90
Eine Maisonette-Ladenwohnung mit Garten und Terrasse auf dem Dach des Gartenzimmers! Die Wohnung war großzügig und kindgerecht ausbaubar, der Garten geradezu ideal zum Spielen für unsere Tochter und zum Entspannen für uns, auch hier ließen sich wieder Arbeit und Wohnen wunderbar unter einem Dach vereinen, Schlaf- und Kinderzimmer, Bad und Diele befanden sich im oberen und somit klar abgetrennten privaten Bereich, im Erdgeschoß befand sich die Küche, ein Duschbad, das Gartenzimmer, welches abends unser Wohnzimmer sein und tagsüber als Eßzimmer oder auch als Zusatzfläche bei Veranstaltungen wie Vernissages oder Partys dienen sollte. Dieses Gartenzimmer erreichte man über die königsblaue Diele, von welcher auch die Treppe ins Obergeschoß sowie eine weitere Treppe in den unter dem Gartenzimmer befindlichen Keller, welcher u.a. als Büro dienen sollte, abgingen. Diese Diele war sozusagen das Zentrum und der Übergang vom privaten Bereich zur Goldschmiede. Hier haben wir auch die Vitrinen installiert, welche unseren Intim- und Körperschmuck aufnehmen sollten. Der vor der Diele gelegene Ladenbereich war sehr großzügig gestaltet mit gefliestem Schachbrettboden und hoher Stuckdecke, die Werkstatt lag linkerhand, vom Ausstellungsbereich her direkt einsehbar, hinter der Werkstatt befand sich noch ein Angestellten- u. Besucher-WC.
Wie auf den letzten beiden Bildern zu erahnen ist, befand sich dieses Objekt aber in einen arg renovierungsbedürftigen Zustand. Auch mußten im Obergeschoß Mauerdurchbrüche verschlossen und Türen eingebaut werden um so ein separates Kinderzimmer und ein Schlafzimmer zu schaffen. Doch wir haben weder Kosten noch Mühen gescheut, mauerten, verputzten, spachtelten, schraubten, montierten, installierten, malten und nach 3 Monaten konnten wir dann endlich einziehen. Leider verzögerte sich die seitens des Vermieters zugesicherte Sanierung der teils feuchten und schimmeligen Kellerwände auf die letzte Woche vor Weihnachten. Alles war bereits gereinigt, geputzt und eingerichtet, nur die Kartons und Möbel, welche eigentlich im Keller ihren Platz finden sollten, wo wir unter anderem auch unser Büro einrichten wollten, stapelten sich noch im Laden und der unteren Diele, weshalb wir unsere Goldschmiede ORO hier leider nicht wie geplant vor Weihnachten 2004 eröffnen konnten. Das Abstemmen des, wie sich später herausstellen sollte, durch gewerbliche Vornutzung erheblich kontaminierten Putzes verusachte nicht nur einen Höllenlärm sondern auch Unmengen feinsten Staubes, welcher nicht etwa fachgerecht abgesaugt wurde, sondern durch die Kellertür wie auch sämtliche Leitungsdurchführungen und Ritzen im Dielenboden des darüberliegenden Gartenzimmers aufstieg und sich hernach bis hinauf ins Kinderzimmer im Obergeschoß (!) als gleichmäßiger Film auf sämtliche Möbel, Kleidungsstücke, Bücher und Spielzeuge niederlegte. Wir fluchten, klagten und putzten. Täglich auf´s Neue! Bald darauf stellten wir an uns erstaunlich ähnliche Krankheitssymptome fest, welche man anfangs noch auf die allgemeine Erschöpfung zurückführen oder als Erkältungssymptome durchgehen lassen konnte wie Abgeschlagenheit, Antriebsarmut, Schlafstörungen, Durchfall, Reizhusten, zugeschwollene Stirn- und Nebenhöhlen, Nasenbluten…. Dann jedoch stellten wir bei uns allen, selbst bei unserer damals 3jährigen Tochter (!) einen erheblichen Ausfall von Haaren und Wimpern fest. Hinzu gesellten sich auch noch Entzündungen der Augenlider, Bindehautentzündungen, Taubheitsgefühle in Händen und Füßen und als unsere Tochter eines frühen Morgens schrie „Meine Hände sind so komisch, mach daß das aufhört!“ war uns klar: Hier stimmt etwas nicht, unsere gemeinsame Erkrankung muß eine gemeinsame Ursache haben! Eine von uns beauftragte Raumluft- und Staubanalyse übertraf schließlich unsere schlimmsten Befürchtungen! Neben einer massiven Belastung mit Schimmelpilzen fanden die Chemiker das Holzschutzmittel Chlorpyrifos, das Flammschutzmittel TCPP, Quecksilber und weiter Schwermetalle in gefährlich hohen Werten. Aufgrund der enormen Quecksilberbelastung wurde die Wohnung schließlich durch das Ordnungsamt für unbewohnbar erklärt! Zu diesem Zeitpunkt hatten wir die Wohnung auf dringliches Anraten der Ärzte bereits verlassen. Beinahe sämliche Möbel, Bücher und Kinderspielzeuge mußten wir zurücklassen, da eine rückstandsfreie Reinigung von beispielsweise Polstern oder unbehandelten Hölzern (Kinderzimmermöbel) nicht möglich war.
Daher konnte unsere Goldschmiede ORO an diesem Standort auch nie eröffnet werden, die Vitrinen auf den Bildern haben hier nie ein Schmuckstück ausgestellt, wir renovierten hier 3 Monate und wohnten hier nur zwei… Was folgte, war ein langwieriger Rechtsstreit, welcher uns an die Grenzen unserer mentalen wie auch finanziellen Belastbarkeit führte. Schließlich fanden wir eine neue Wohnung, in deren Keller wir erst einmal einlagern konnten, was sich reinigen ließ, wir konnten vor Gericht zumindest einen Vergleich erzielen und uns nun endlich wieder nach einem geeigneten Laden umschauen.
Nach all den Irrungen und Wirrungen sind wir nun endlich seßhaft geworden. Der Wanderzirkus ORO ist angekommen, von wo er dereinst aufgebrochen ist. Der Kreis hat sich geschlossen, auf den Tag genau 13 Jahre nach der Ersteröffnung auf St. Pauli feierte die Goldschmiede ORO am 7. April 2006 ihre Wiedereröffnung in der
Paul-Roosen-Straße 30, Hamburg St.Pauli
Diese Räumlichkeiten sind sehr schön geschnitten, auch gibt es hier einen trockenen (!) Keller, nur ein wenig Farbe musste an die Wände, etwas Parkett verlegt und eine Panzerglasscheibe eingesetzt werden, dann holten wir unsere Vitrinen, den Werktisch und den Tresor aus unserem Keller, stellten alles auf... und Voila!
Vorher...
Nachher...






































































